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Segeln auf der Elbe
Ausschnitte aus:

Segeln auf der Elbe

Wasserwanderführer für Elbe und Moldau
H. Herrlich, 2011

272 Seiten, etwa 150 farbig
ISBN: 978-3-00-033873-1
Informationen zum Buch
17,50 € - Bestellung:
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503,8REhemalige Eisenbahnbrücke Dömitz
504,1REinmündung der Müritz-Elde-Wasserstraße
Bereits im ausgehenden Mittelalter entstand vor allem durch die Wirksamkeit des Hansebundes ein starkes Interesse an einer Verbindung zwischen Elbe und Ostsee, auf der die Hanse bekanntlich ganz besonders aktiv war. Lübeck hatte an der Ostsee besonders großen Einfluss auf den Handel der Hanse. So wurde bereits 1398 der Stecknitzkanal zwischen Lauenburg und Lübeck fertiggestellt. Damit konnte Lübeck zu Lasten anderer Ostseestädte seinen Einfluss im Ostseehandel noch weiter ausbauen, konnten doch nun z.B. die Salzfrachten aus dem Lüneburger Land direkt nach Lübeck verschifft werden. Salz war schließlich ein ganz wertvoller Rohstoff für die Konservierung von Fisch und Fleisch und wurde von der Hanse in großen Mengen benötigt. Die Mecklenburger, vor allem die Wismarer Kaufherren suchten einen Ausweg aus diesen wirtschaftlich für sie ungünstigen Entwicklungen mit dem Versuch, eine weitere Wasserstraßenverbindung von der Elbe über die Elde und die Mecklenburger Seen bis nach Wismar herzustellen. Dieses Projekt wurde ab 1530 auch tatsächlich realisiert. Von 1568 bis 1572 wurde die Elde von Dömitz bis Eldena kanalisiert. Zwischen Elbe und Elde entstand eine Schleuse mit vier Stemmtorpaaren, die je nach Wasserstandsdifferenz zwischen Elbe und Elde benutzt werden konnten. Diese Schleuse ist vermutlich die älteste erhaltene Schleuse in Deutschland, die zudem noch in Funktion ist - wenn auch seit 1836 nicht mehr als Schifffahrtsschleuse, sondern als Sperrwerk. 1594 erreichte über den neuen Kanal mit seinen über 30 Schleusen das erste Salzschiff die Stadt Wismar. Dabei musste immerhin im letzten Teil vom Schweriner See bis Wismar etwa 40 m Höhendifferenz gemeistert werden. Aber schon wenige Jahre später wurde der Kanal infolge fehlender Mittel zur Erhaltung wieder aufgegeben. Die Erinnerung an diesen Schifffahrtweg als dem „Wallensteingraben“ ist jedoch geblieben. 1707 bis 1711 ein neuer Anlauf - es entsteht der heutige Störkanal zwischen Elde und Schweriner See; um 1800 wurde eine Verbindung über Kölpinsee zur Müritz geschaffen. Nach 1830 wurden die alten Stauschleusen der Elde durch Kammerschleusen ersetzt. Heute ist diese 184 km lange Wasserstraße mit ihren 17 Schleusen und ihren landschaftlichen Reizen zu einer beliebten Strecke des Bootstourismus geworden. Schöne naturnahe Wasserwanderrastplätze wurden gebaut und die Schleusen rekonstruiert. Von Dömitz aus kann man die Strecke bis zur Müritz und auch zum Schweriner See in 1,5 Tagen bewältigen
Müritz-Elde-Wasserstraße
0,7RMotoryachtclub Dömitz,
Werderstraße, Am Hafen, 19303 Dömitz,
Yachtanleger, Du, WC etwa 150m, E am Steg
0,7LMarina Dömitzer Hafen, Panorama-Cafe
Tel.: 0173/976 1436
Yachtanleger, Du, WC, E, Trinkwasser
Slipanlage, Kran, Bootsausrüster, Gaststätte,
Wassersportzentrum Stockmann
0,8Straßenbrücke
0,9Rechte Einfahrt hinter Hubbrücke:
Schleuse Dömitz,
Tel.: 0387/ 582 2725
1,2RWasserwanderzentrum Dömitz
Roggenfelder Deich,19303 Dömitz, Tel.: 038758/ 209 95,
Yachtanleger, Du, WC, E, Entsorgung, Tankstelle Diesel

Mittlere Elbe von km 500 bis km 510
Dömitz ist eine Kleinstadt auf dem Werder zwischen Elde und Elde-Müritz-Kanal. Sie ist bekannt durch ihre Festung, die - wie auch andere Festungen in dieser Gegend und aus dieser Zeit - in den Machtkämpfen deutscher Kleinstaaten und Fürsten, z.B. bei der Durchsetzung des Elbzolls eine Rolle spielten. Die beeindruckende Dömitzer Festung wurde durch den Italiener Francesco Berneau in Form eines gleichseitigen Fünfecks für den Mecklenburger Herzog Johann Albrecht zwischen 1559 und 1565 erbaut. Die Festung Dömitz hat aber so ihre ganze Bedeutung an der Mündung einer neuen Wasserstraßenverbindung zur Ostsee niemals erfahren. Auf andere, wohl eher ungewollte Weise wurde sie deutschlandweit bekannt: als Ort der Festungshaft für politische Gefangene. Einer ihrer bekanntesten Gefangenen ist wohl der Mecklenburger Dichter und Schriftsteller Fritz Reuter, der seine Festungshaft 1839/40 in Dömitz in seinem Buch „Ut min Festungstied“ beschrieb. Besonders streng war man mit dem Gefangenen wohl nicht.
„Ick har dat so gaud bi min Kommandanten.“
schrieb Reuter. Der Kommandant erlaubte ihm Spaziergänge in die Stadt, führte mit ihm lange Gespräche und führte ihn sogar in sein eigenes Haus ein:
„Min Herr Oberstleutnant hadd en ganzet Nest voll Döchter,...“

Sehenswürdigkeiten:
Festung mit Museum und Reuter-Gedenkstätte
Gedenkstätte
Fachwerkrathaus
Alte Schleuse

Touristeninformation:
Marina Möller, Rathausplatz 1, 19303 Dömitz, Tel.: 038758 / 221 12, tourismus@doemitz.de
504,7RPegel Dömitz
Tel.: 038758/ 194 29
505,7Straßenbrücken Dömitz, Durchfahrtshöhe: 6,6
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